Dienstag, 6. November 2018

ab 23.55 Uhr auf 3sat: der Landesverrat

Quelle: tvtoday.de/3sat

Der Landesverrat

Wie ein Romand im Ersten Weltkrieg die Neutralität rettet

Doku

  • Dienstag 6.11.
  • 23:55 - 00:45 Uhr
Ein Kryptograf knackt im Ersten Weltkrieg den russischen Geheimcode. Doch statt den Vorteil zu nutzen, übermitteln zwei hohe Schweizer Offiziere seine Arbeit heimlich nach Deutschland.
Der Verrat fliegt auf, die Westschweiz läuft Sturm. Wie das geschah und weshalb alles aufflog, zeichnet der spannende und aufwendig recherchierte Dokumentarfilm von Hansjürg Zumstein über die Schweiz im Ersten Weltkrieg minutiös nach.
August 1915: Seit einem Jahr tobt Krieg in Europa. Deutschlands Hoffnung auf einen raschen Sieg hat sich zerschlagen – der Zweifrontenkrieg gegen Frankreich und Russland wird immer verlustreicher. Plötzlich bietet sich ein Ausweg: Deutschland erhält Einblick in die geheime Korrespondenz Russlands – dem genialen Schweizer Armeekryptografen André Langie ist es in sechsmonatiger Arbeit gelungen, den Code zu knacken.
Die neutrale Schweiz weiß dank Langies Coup genau, was rund um sie herum passiert. Doch die Schweizer Armee bleibt nicht neutral: Bereitwillig leiten zwei hohe Schweizer Offiziere die entschlüsselten Botschaften an Deutschland weiter, denn der Schweizer Armeestab hofft auf einen Sieg des Kaiserreichs.
General Ulrich Wille, deutschfreundlich gesinnt, versucht, die Affäre zu vertuschen. Es beginnt ein Kräftemessen. Schließlich entscheidet der Bundesrat, die beiden Offiziere wegen Verletzung der Neutralität anzuklagen. Kurz darauf müssen sie ihren Posten räumen. Die klare Reaktion des Bundesrates löst, zwei Jahre nach Kriegsbeginn, erstmals eine Annäherung zwischen der Romandie und der Deutschschweiz aus. Und sie hat zur Folge, dass die Schweizer Regierung das Neutralitätskonzept neu definiert.

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