das kam gestern in 3 sat, hier wurde auch sealand vorgestellt. Auf Sealand hatte mich neulich ja Christian Alber nochmal verwiesen
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www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=72779
Sendung:
In seinem Dokumentarfilm unternimmt der österreichische Künstler und
Filmemacher Paul Poet, selbst "Veteran" alternativer Netzwerke und
sozialer Experimente, eine Reise zu sechs unterschiedlichen
Mikro-Gesellschaften.
Auszug:
Empire Me - Der Staat bin ich!
Jeder
träumt zuweilen davon, aus seinem Alltag auszubrechen und ein völlig
neues Leben, jenseits aller Konventionen und Zwänge, zu beginnen. Doch
ist dieser Traum realisierbar? - In "Empire Me - Der Staat bin ich!"
unternimmt der Dokumentarfilmer Paul Poet, selbst "Veteran" alternativer
Netzwerke und sozialer Experimente, eine Reise zu sechs Gegenwelten,
die die unterschiedlichen Strömungen der Bewegung repräsentieren.
Der Traum von Utopia, vom besseren Leben im irdischen Paradies, wird
vom Menschen schon lange und in immer neuen Versionen geträumt. Doch:
Die immer engmaschigeren Lebensprinzipien der globalisierten Weltordnung
lassen kaum Alternativen und Visionen zu.
Ein Phänomen macht
damit Schluss: Das Gründen von Gegengesellschaften. Auf der Suche nach
einer idealen Lebenskultur bauen sich hunderte Do-It-Yourself-Staaten
ihre eigenen kleinen Welten. Mikronationen, Eco-Villages und
Sezessionisten beschreiten mit realen Territorien und Gemeinschaften
alternative Wege des Zusammenlebens. Über 500 verschiedene
Gegengesellschaften haben sich seit den späten 1990er-Jahren formiert,
manche kaum größer als eine Schaffarm, eine Meeresplattform - oder ein
Laptop.
Tausende Freidenker sagen damit der neuen Weltordnung
den Kampf an. Sie annektieren ganze Landstriche und Stadtviertel. Sie
produzieren eigene Gesetze, Sprachen, Briefmarken und Geldnoten. Die
Populationen reichen von 1 bis 500.000 und kommen aus den
verschiedensten Schichten und Ideologien. In "Empire Me - Der Staat bin
ich!" unternimmt der Dokumentarfilmer Paul Poet, selbst "Veteran"
alternativer Netzwerke und sozialer Experimente, eine Reise zu sechs
dieser Gegenwelten, die die unterschiedlichen Strömungen der Bewegung
aussagekräftig repräsentieren.
Der abendfüllende Film ist als
Road Movie in die Herzen uns fremder sozialer Gefüge angelegt, als Blick
auf und hinter die Selbstinszenierung. Paul Poet und sein Film-Team
erkunden dabei nicht nur die verschiedenartigen Visionen, von denen sich
die Gegenwelten und ihre Macher leiten lassen - sie suchen vor allem
nach dem gemeinsamen menschlichen Bedürfnis, das sie vereint: die
Sehnsucht nach Bedeutung, Anerkennung und Gemeinschaft in einem
zunehmend unüberschaubaren Weltgefüge.
Der Dokumentarfilm macht
deutlich: Im 21. Jahrhundert ist Aussteigen gleichbedeutend mit
Einsteigen. Die Existenz als Gegenwelt bedeutet heute ein Leben als
potenzierte Ich-AG, fordert hochklassiges soziopolitisches
Kulturmanagement, weltweite Vernetzung, wirtschaftliche Nachhaltigkeit,
dezentrale Bündnisse. Und vor allem: das ständige Austricksen der
etablierten Machtsysteme und Autoritäten, mit denen man sich in
permanentem Kriegszustand befindet. Was bei diesen Gegenwelten auf den
ersten Blick bunt, charmant, skurril wirkt, entpuppt sich bei näherem
Hinsehen als sympathisch exzentrische Kampfansage von gewöhnlichen
Menschen, die sich von der neoliberalen Weltordnung in die Enge gedrängt
fühlen. Mit ihren realpolitischen Schildbürgertaten eröffnen sie Wege,
sich nicht als ohnmächtiges kleines Rädchen der Post-Demokratie zu
fühlen. Ganz nach dem Motto: Wenn dir deine Welt nicht passt, bau dir
deine eigene!
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